Issue number: 3
11 November 2023
Lesezeit: 15′
Fernando Garcia Dory

Der virtuelle Raum, den diese Ausgabe des E-Journals erschafft, lädt den Lesern ein, über Bildung als Teil eines konzeptuellen Prozesses und als eine ästhetische Handlung in der Kunst nachzudenken. Es ist in dieser Stunde der Ungewissheit und des wachsenden Drucks besonders wichtig, den Übergang zu einem anderen Zivilisationsparadigma zu vollziehen. Dazu gehören nicht nur wichtige wirtschaftliche und technische Veränderungen, sondern auch die Transformation im Kern des Produktionsmodells, der Werte und der Kultur.

Drei Jahre lang arbeitete ich bei Casco in den Niederlanden, einer relativ kleinen Kunstorganisation mit einer sehr starken propositionalen und experimentellen Kapazität, die schon seit Langem viele Aspekte des Kunstsystems hinterfragt und dessen politische Ökonomie beobachtet. Ich erinnere mich aus dieser Zeit an ein starkes Konzept, das im Mittelpunkt der Forschungsarbeit unseres gemeinsamen Programms stand und sich mit den Commons (Gemeinwohl/Allmende), postindustriellen kulturellen Arbeitsbedingungen und feministischen Ökonomien befasste. Zugleich entwickelte ich das Inland-Projekt. Bei diesem Konzept geht es um das „Verlernen“. Die Idee greift viele Aspekte der Herausforderungen auf, vor denen wir stehen, darunter die Themen Umwelt und Kampf für soziale Gerechtigkeit.

Käse-Ritual: Versammlung der Teilnehmerinnen, 2022. Bild mit freundlicher Genehmigung von Inland

Es ist zu einer Überlebensfrage geworden, viele Aspekte der technowissenschaftlichen Rationalität, des Vertrauens in das Wirtschaftswachstum um jeden Preis und des europäischen Anthropozentrismus zu verlernen. Gewohntes zu verlernen und Altes wiederzuerkennen, ist bis zu einem gewissen Grad eine kreative Übung und heißt nicht nur, von anderen untergeordneten Realitäten wie den kleinbäuerlichen und indigenen Weltanschauungen zu lernen, sondern auch auf sie aufzubauen und neue Vorstellungswelten zuzulassen.

Vielleicht hat Friedrich Schiller in seinem Werk Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795) in diesem Sinn den Kunstgenuss und die Schönheit mit einem Wertesystem in Verbindung gebracht. Diese Absicht brachte viele Künstler*innen dazu, Projekte zu entwickeln, die über die individuelle Schaffenssphäre oder sogar über das, was zu ihrer Zeit als Kunst galt, hinausreichten. John Ruskin widmete sich einer aktiven Kritik an den Anfängen des industriellen Kapitalismus, indem er eine Form von Kunst und Handwerk (Arts and Crafts) für die – auch moralische – Verbesserung des Alltags verteidigte. Er förderte auch verschiedene Bildungsinitiativen wie die Migratory Dairy School, mit der neue Käseherstellungsmethoden unter Bauern und Bäuerinnen verbreitet werden sollten, um so deren Einkommen zu steigern und die ländlichen Gebiete am Leben zu erhalten. Ein weiteres wichtiges Projekt, an dem er beteiligt war, war das Coniston Mechanics’ Institute, das 1852 gegründet wurde, um lebenslanges Lernen und die fortlaufende persönliche Entwicklung der Arbeiter in Coniston zu unterstützen. Damals lebten dort 1300 Menschen, von denen rund 600 in Kupferminen arbeiteten. Da die Schule nicht über ein eigenes Gebäude verfügte, wurden Kurse wie Holzschnitzen und Vorträge über Geologie, Kunst und Lokalgeschichte in der Dorfschule abgehalten, die auf dem Friedhof der Kirche St Andrews stand.

Im Großbritannien des 19. Jahrhunderts gab es mehr als 700 dieser Mechanics’ Institutes. Sie wurden von Industriellen und Philanthropen gegründet, um die gerade entstehende industrielle Gesellschaft mit den neuen Technologien der Zeit vertraut zu machen. Sie dienten auf der einen Seite eindeutig dem Zweck, eine produktivere, gesündere und unternehmerischer denkende Arbeiternation zu schaffen, waren aber auf der anderen Seite altruistisch und boten eine weiter gefasst künstlerische Bildung und einen Ort für Zusammenkünfte an – allerdings auch mit dem Ziel, die Menschen von der Kneipe fernzuhalten.

Folglich wurden solche Orte zum fruchtbaren Boden für eine gesellschaftliche Neuorganisation, Demokratie, Frauenrechte, Kooperativen, gemeinnützige Vereine und Gewerkschaften. Mit der Verabschiedung des Gesetzes für öffentliche Bibliotheken 1850 wurden viele dieser Einrichtungen zu Leihbüchereien oder Universitäten (zum Beispiel in Manchester, Leeds und London).

In dieser Zeit richtete der russische Schriftsteller Lew Tolstoi auf seinem Landgut Jasnaja Poljana eine Schule für Bauernkinder ein, in der verschiedene innovative Pädagogikinitiativen umgesetzt wurden. In seinen eigenen Worten: „In der Schule gab es eine freie Entwicklung, die sich auf die Prinzipien stützte, die Schüler*innen und Lehrer*innen festlegten. Trotz der großen Autorität der Lehrkräfte hatten die Schüler*innen das Recht, nicht zur Schule zu kommen und den Lehrer*innen nicht zu gehorchen.“

 

1921 kaufte der indische Dichter und Philosoph Rabindranath Tagore in Westbengalen ein großes Haus mit Ländereien, in dem er das Institute of Rural Reconstruction (Institut für Wiederaufbau ländlicher Regionen) eröffnete, das später nach seinem Standort Sriniketan genannt wurde. Die Schule Silpa Bhavana hatte bereits in dem nahe gelegenen Ort Santiniketan Handwerker ausgebildet. Sriniketan übernahm die Arbeit mit dem Ziel, den Dörfern wieder Leben in seiner ganzen Fülle zu schenken und den Menschen zu helfen, ihre Probleme selbst zu lösen, statt sich Lösungen von außen aufdrücken zu lassen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf einer wissenschaftlichen Betrachtung der Dorfprobleme, bevor nach Lösungen gesucht wurde.

Passend zu der Vorstellung, das Dorfleben wiederherzustellen, wurde auch ein neuer Schultyp entwickelt, der vor allem für Kinder aus den Dörfern der Umgebung gedacht war, die dann später das erworbene Wissen zum Wohl der Dorfgemeinschaft einbringen sollten. Das förderte Formen der informellen Bildung für diejenigen, die keinen Zugang zu den üblichen Bildungsangeboten hatten. Dieses Projekt lief bis in die 1930er-Jahre mit einem Ausbildungsprogramm für Dorflehrer weiter. In Sriniketan wurde eine Landwirtschaftsschule eingerichtet und es gab ab den 1970er-Jahren sogar ein Forschungszentrum für ländliche Regionen.

1911 wurden in Spanien im Kontext der Regenerationsbemühungen der damaligen Zeit – einem Umweg der Geschichte, der heute in mancher Hinsicht wie eine verpasste Gelegenheit anmutet – viele Bildungsinitiativen gestartet. Sie standen unter der Schirmherrschaft des Instituts für Freie Lehre (Institución Libre de Enseñanza, ILE). Die Brüder Juan und Ventura Alvarado reisten durch ländliche Gegenden und zeichneten ihre Beobachtungen über die Dörfer der Umgebung, die Lebensbedingungen der Bergbauerngemeinden und die reiche und vielseitige Milchbauernkultur auf, in der sie das Hauptpotenzial für die Ermächtigung der Landbevölkerung sahen (Käse war die jahrtausendealte biotechnische Lagerungsform für den Proteinüberfluss von den Sommerweiden).

Geleitet von der Idee des institucionalismo rural, wie ihn Francisco Sierra-Pambley proklamiert hatte, bereiteten die Alvarados einen Bericht vor, dessen Empfehlungen und Vorschläge noch ein Jahrhundert später relevant sind. Sie stellten eine integrierte Vision der Landschaft im „Format P“ vor – pastos, pastores, paisaje y paisanaje (Weiden, Bergbauern, bäuerliche Landschaft und ihre Bevölkerung) – und betonten dabei die strategische Bedeutung von heimischen Viehbeständen und Züchtungen. Zugleich schlugen sie gewisse Modernisierungen für die traditionelle Käseherstellung vor.

Zu einer weiteren Initiative der ILE gehörten die sogenannten pädagogischen Missionen, die 1931 gegründet wurden, um mithilfe von reisenden Missionen die Lehrer auf dem Land zu schulen und der Bevölkerung Bildungs- und Kulturaktivitäten wie Vorträge über den Fortschritt in Gesundheit, Hygiene und Politik anzubieten. Zu den kulturellen Aktivitäten gehörten unter anderem Theater und Puppenspiel, klassische Musik vom Grammofon, Kunstausstellungen sowie Abendveranstaltungen mit Dichtung und Tanz. Da der Bürgerkrieg und die Diktatur General Francisco Francos diese Programme und die Erinnerung an sie beendeten, fanden wir bei Inland es wichtig, ihr Erbe zu erforschen und ihren Geist wiederzubeleben. Das inspirierte uns zu dem Inland-Projekt Mobile Methode, das Künstlergruppen mobilisierte, die (anders als zuvor) von der Landbevölkerung oder genauer mit ihr lernen sollten. Dafür wurde eine Reihe von künstlerischen Tools aktiviert, etwa Kartographie, mobile Küchen, ein Wanderradio oder Mikroarchitekturen der Landwirtschaft – eine Art kollaborativer Hackathon, der einen Landkreis als Interventionseinheit nutzt.

Im Rahmen dieser experimentellen Bildungsprojekte, die sich mit der Wiederbelebung des ländlichen Raums und des dortigen Kunsthandwerks befassten, müssen wir zeitgenössische Kunstfunktionen neu denken – oder besser gesagt: verlernen – und herausfinden, was im Kern der Kunstbildung verändert werden muss.

Versammlung der Teilnehmerinnen während einer Sitzung zum neuen Lehrplan, 2022. Foto: Inland

Inland entstand 2009 aus einer kollaborativen Agentur, die ich 2009 gegründet hatte, und bot verschiedenen Akteur*innen, die in die landwirtschaftliche, soziale und kulturelle Produktion involviert waren, eine Plattform. In der ersten Phase (2010–2013) wurde Spanien zu Inlands erster Fallstudie. Inland engagierte sich für die künstlerische Produktion in 22 Dörfern im ganzen Land und veranstaltete landesweit gezeigte Ausstellungen und Vorträge sowie eine internationale Konferenz. Darauf folgte eine Zeit der Reflexion und Bewertung, der Start von Studiengruppen zum Thema Kunst und Ökologie sowie eine Reihe von Veröffentlichungen. Heute wirkt Inland als Kollektiv, das sich auf landbasierte Zusammenarbeit und Ökonomie sowie Praxisgemeinschaft als Nährboden für postzeitgenössische Kunst- und Kulturformen konzentriert.

Inland hat einen Radiosender, eine Akademie, veranstaltet Ausstellungen und stellt Käse her. Es berät auch die Europäische Kommission in der Frage, wie sich Kunst für die Entwicklung des ländlichen Raums nutzen lässt, und fördert das European Shepherds Network (Europäisches Hirtennetzwerk), eine soziale Bewegung, die die EU-Politik hinterfragt. Seit 2020 koordinieren wir die Confederacy of Villages (Vereinigung der Dörfer), ein Netzwerk von Kunsträumen überall im ländlichen Europa.

In diesem Rahmen wurden verschiedene Bildungsprojekte für unterschiedliche Altersgruppen entworfen und implementiert. Wir arbeiten mit verschiedenen Schulen und der Bildungsabteilung des Museums Reina Sofia in unserer Waldschule zusammen. Dabei nehmen jährlich rund 400 Kinder an unserem agroökonomischen Aufklärungsprogramm teil. Wir kooperieren auch mit der Spanischen Flüchtlingskommission (CEAR) und anderen offiziellen Institutionen in Spanien und bieten Aktivitäten für Kinder von Flüchtlingen an. Mit Jugendlichen auf dem Land haben wir in einem vom Kulturministerium geförderten Projekt zusammengearbeitet, das „Loud Voice“ (laute Stimme) heißt und Sprachkünstler mit Teenagern aus verschiedenen Dörfern zusammenbrachte, um die Jugendlichen in ihrer ländlichen Identität zu bestärken. Im Rahmen unserer Koordinierungsarbeit für die World Alliance of Mobile Indigenous Pastoralists (WAMPI), dem Weltverband indigener nomadischer (Berg-)Bauern, ermöglichen wir jungen Nomaden, sich in der Jugendabteilung des International Planning Committee for Food Sovereignty (Internationales Planungskomitee für Ernährungssouveränität, IPC) zu engagieren.

Funktionsdiagramm Inland, 2019. Bild mit freundlicher Genehmigung von Fernando Garcia Dory

2020 nahm die Inland Academy (inland.org/academy) ihre Arbeit auf. Sie schult junge Praktiker*innen, damit sie ihre Projekte umsetzen können, in denen Kunst, Ökologie und sozialer Wandel verbunden sind. Über 200 Postgraduierte aus aller Welt haben sich dafür beworben.

Ein weiteres wichtiges Projekt, das wir unterstützen, ist die Hirtenschule (escueladepastores.es), die seit 2004 besteht und die Wissen über die Bergweidewirtschaft und Landpflege weitergeben will. Jährlich bewerben sich dort rund 100 Interessenten. Wir unterstützen den Übergang zum Landleben und entwickeln kulturelle Strategien, um die Wahrnehmung von mit dem Land verbundenen Lebensformen zu verändern.

Dazu gehört die Sicherung von Saatgut, Tierzüchtungen und Wissen, die für eine landwirtschaftliche Transformation und zukünftige, noch nicht geborene Generationen wichtig sein werden. Diese Komponenten einer resilienten Ernährung und biodiverser Ökosysteme müssen im Sinne einer größeren Anpassungsfähigkeit in Zeiten von Klimakrise und Unsicherheit erhalten werden.

In vielen Fällen ist unsere Arbeit auf eine Zukunft jenseits unserer Lebenszeit ausgerichtet. Wir retten und forsten einen Atlantischen Regenwald wieder auf, der heute eine Eukalyptusplantage ist, indem wir den Zustand des Bodens verbessern und die Bienenpopulationen vervielfachen. All diese Projekte verbinden Kunst, Wissenschaft, volkstümliches und lokales Wissen mit sozialem Engagement.

Eine neuere Entwicklung dieser Ideen stammte von der documenta 15 im Jahr 2022 in Kassel und dem Konzept des lumbung, einer traditionellen indonesischen, gemeinsam genutzten Dorfscheune. Damit wurden gemeinsame Werte, Verwaltungsarbeiten für die gemeinsame Reisscheune und Projekte für den Aufbau einer kollektiven Ökonomie definiert. Als Teil der Letzteren schuf der lumbung den kios (indonesisch für Kiosk) und die Galerie, die die unterschiedlichen lokalen Ökosysteme am Leben erhalten, indem sie Verkäufe von Gütern und Kunst neu denken. Zugleich entwickelten wir ein lumbung-Land und eine lumbung-Währung, die wir als Projekte für den langfristigen Aufbau einer lumbung-basierten Wirtschaft betrachten. Seit die Arbeitsgruppe lumbung-Land aktiv ist, haben wir erkannt, wie wichtig es ist, landbasierte Projekte und Ökonomien als eine politische Verpflichtung zu definieren.

So soll die Kunst von ihrer Abhängigkeit befreit werden, die sie zu einer Aktivität im aus öffentlichen und privaten Kassen finanzierten Dienstleitungssektor macht. Diese Vision umfasst auch eine Art der Fürsorge für das Land als Struktur für unseren Lebensunterhalt, mit der wie koexistieren. In diesem Sinn betrachten die Projekte die Wirkung des Landes als lebendigen Aspekt der Biosphäre. Daraus erwächst die Notwendigkeit, unser Handeln auf die Vereinigung von Bauern- und indigenen Gemeinschaften auszurichten und zu Wächtern des Landes zu werden, um Ausbeutung und Spekulation zu verhindern. Organisationen, deren Arbeit sich seit vielen Jahren in diese Richtung bewegt und die sich mittlerweile über ihr Wissen und ihre Ansätze austauschen, sind unter anderem die Jatiwangi Art Factory, Wajukuu, Inland und Mas Arte Mas Accion. Die Diskussion dreht sich um die gemeinsame Verwaltung von Land und Entwicklungsmodellen, die aus der Community kommen, sowie auf nichtmenschliche Bedürfnisse.

Sie kombinieren Landwirtschaft, Biodiversität, menschliche Kultur und Spiritualität. Darüber hinaus denken wir darüber nach, wie wir die „Investition“ des lumbung in spezielle Landstücke der Organisationen betrachten. Welchen Gewinn würde man erzielen, in finanzieller und symbolischer Hinsicht? In der Zwischenzeit bildet sich eine landdiskursive Arbeitsgruppe, die sich auf die Verbindung voneinander abweichender öffentlicher Programme der lumbung-Kollektive konzentriert. Sie sucht nach einer Möglichkeit, wieder mit der Erinnerung des Landes in Kontakt zu kommen und eine Vorstellungswelt aufzubauen, die dem Land verbunden ist und auf künstlerischen Prozessen und indigener Dichtung, Liedern und Bildern beruht. Die Arbeitsgruppe soll sich über die ausbeuterischen, modernen Nutzungen hinausbewegen. Sie konzentriert sich auch auf die Rückgabe von Land und darauf, was das für Eigentümerschaft, die kollektive Neuerschaffung von Narrativen und für Erinnerungen bedeutet. Die beiden Gruppen verbanden sich als Lernprozesse miteinander.

Versammlung der Teilnehmerinnen während einer Sitzung zum neuen Lehrplan, 2022. Foto: Inland
Kleines Museum der Allmende, Intervention im Dorf Almonaster La Real, mit der Künstlerin Susabna Velasco und Nachbarn, 2011. Foto: Inland
Versammlung im Inland Forest Flock Classroom im Park von Madrid. Mit freundlicher Genehmigung von Inland
Jahrestreffen von Inland zur Überprüfung der in 11 Dörfern des Landes entwickelten Projekte, im Kunstzentrum La Casa Encendida, Madrid, 2012. Foto: Inland
Sitzung der Inland Study Group bei der städtischen Intervention New Garden of Dahlias, Madrid 2015. Foto: Inland
Als Regenmenschen verkleidete Nachbarn bei der Aufführung von Lament of the New auf der Gwangju Biennale. Foto: Inland
Inland Syllabus Ausstellungsansicht im Ottoneum während der documenta fünfzehn, 2022 Kassel. Bild mit freundlicher Genehmigung der documenta
Inland Syllabus Ausstellungsansicht im Ottoneum während der documenta fünfzehn, 2022 Kassel. Bild mit freundlicher Genehmigung der documenta

Zurzeit befassen wir uns weiter mit der Bedeutung der Weitergabe und Produktion von Wissen. Wir diskutieren die mögliche Gestaltung einer kollektiven lumbung-Landschule. Der Schwerpunkt der Projekte, die für das Landprojekt lumbung interlocal vorgeschlagen wurden, passt zu unserer Vision einer Agroökologie mit ganzheitlichem Ansatz, der auch soziale, ökonomische und kulturelle Dimensionen einschließt. Dies ist keine Schule im klassischen Sinn, sie ist vielmehr ein Raum, in dem kollektives Lernen, Ernten und Experimentieren stattfinden. Die Erträge werden in die gemeinsame Dorfscheune gebracht, die einen symbolischen Aufbewahrungsort des Wissens darstellt.

Fernando Garcia Dory

ist Künstler, Hirte und Agrarökologe und lebt zwischen Madrid, Mallorca und den nordspanischen Bergen. Fernando bringt Kunst und Agrarökologie zusammen, um alternative Strategien für ökologisches Handeln und ländliche Wiederbelebung zu entwickeln. In der ersten Phase (2010 – 2013) hat INLAND am Beispiel Spaniens künstlerische Produktionen in 22 Dörfern des Landes, landesweite Ausstellungen und Präsentationen sowie eine internationale Konferenz durchgeführt. Es folgten eine Phase der Reflexion und Evaluierung, die Gründung von Studiengruppen zu Kunst und Ökologie und eine Reihe von Publikationen. Heute fördert INLAND landbasierte Kooperationen und Ökonomien sowie Praxisgemeinschaften als Substrat für post-zeitgenössische Kunst- und Kulturformen.