Issue number: 4
15 December 2024
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Phillip Denny

Was lässt sich über Konrad Wachsmanns Lehre sagen? Die Entwürfe des Architekten für Fertighaussysteme sind bekannt, aber seine pädagogische Karriere wurde bisher irgendwie übersehen. Das ist merkwürdig, und sei es nur, weil Wachsmann letztlich als Lehrer erfolgreicher war denn als Architekt und sich diese Parallelbeschäftigung von seiner Berufung an das Neue Bauhaus in Chicago 1950 bis zu seinem Tod 1980 in Los Angeles kontinuierlich fortgesetzt hat.

Tatsächlich kamen Wachsmanns bekannteste Architekturprojekte wie das zerlegbare Hangarsystem für die US Airforce nur aufgrund seines akademischen Wirkens zustande. Der Hangar wurde mithilfe eines Teams von Masterstudierenden in der Forschungsgruppe des Architekten in Chicago entwickelt und ausgeführt. Betrachtet man Wachsmanns Leidenschaft für Systematik, erscheint es angemessen, direkt zu fragen: Was ist die Pädagogik der Systeme? Wenn das Ziel der Bausysteme des Architekten darin lag, eine Bautechnik mit universellen Anwendungen bereitzustellen, das heißt, Systeme, die für jeden Zweck und jedes Ergebnis verwendet werden konnten, wie konnte dann ein solches Ideal auf eine Weise unterrichtet werden, die so offen war wie die Bausysteme selbst?

Wachsmanns Antwort darauf war – natürlich – systematisch. Ab den 1950er-Jahren entwickelte der Architekt einen Satz von Unterrichtstechniken, „ein Lehrsystem“, das ein striktes Protokoll für die Aktivitäten im Klassenraum vorschrieb, das aber auffälligerweise keine Inhalte und kein Curriculum definierte. Jeder Workshop lief folgendermaßen ab: Studierende, am besten 21 von ihnen, arbeiteten gemeinsam an einer Entwurfsaufgabe. Die Gruppe unterteilte die Aufgabe in sieben Unteraufgaben, die dann von Teams aus jeweils drei Studierenden bearbeitet wurden. Die Teams tauschten sich danach über ihre Erkenntnisse in einer weiteren Reihe von strukturierten Gesprächen aus und arbeiteten die Lösung dann gemeinsam heraus. Diese Techniken bildeten das Skript für die Workshops der Salzburger Sommerakademie in den 1950er-Jahren, bei der Studierende (zu denen in einem Jahr auch ein junger Hans Hollein gehörte) gemeinschaftlich an einem Entwurfsprojekt arbeiteten. Die Akademie des Jahres 1956 entwarf und baute ein Chalet von Sigfried Giedeon in Amden in der Schweiz.

Wachsmanns letztes großes Projekt entwickelte dieses systematische pädagogische Format als Basis für ein permanentes Forschungszentrum in Los Angeles. Die Organisation, die als Building Institute at the University of Southern California (USC) bekannt wurde, stellt eine wesentlich komplexere Anwendung des Teamworkkonzepts dar und enthält maßgefertigte Räume, eine einzigartige Organisationsstruktur sowie kybernetische Prinzipien der Informationskontrolle für die Forschungsproduktion. Die Geschichte dieser Organisation demonstriert, wie die Produktion eines pädagogischen Systems an der Absicht orientiert war, den Architekten wieder als Mittler einzusetzen, der für größere Systeme und Strukturen über das Studio hinaus arbeitet: für Universität, Industrie und, wie Wachsmann in den Gründungsdokumenten des Building Institute schieb, für nichts weniger als „die Gesellschaft der Menschen“.

Hauptarbeitsbereich des Building Institute, um 1970. Mit freundlicher Genehmigung von John Bollinger.

Die Planung für das Building Institute an der USC begann 1963 in Italien. Crombie Taylor, ein früherer Kollege von Wachsmann vom Institute of Design in Chicago, war zum stellvertretenden Dekan der Architekturfakultät in Los Angeles berufen wurde. Wachsmann arbeitete zu der Zeit in Genua an einem Projekt zur Neugestaltung des Hafenviertels, das unter keinem guten Stern stand, und ging ohne zu zögern nach Los Angeles. An der USC gab Taylor den Auftrag an ihn weiter, die Masterprogramme der Fakultät neu zu konzipieren, und entsprechend forschte Wachsmann ein Jahr lang an einem potenziellen Curriculum. Diese Vorarbeiten wurden von der Graham Foundation finanziert und 1964 in Form von sechs Diagrammen veröffentlicht. Wachsmanns Vorschlag war das Building Institute, ein Forschungszentrum, dass es den Studierenden im Hauptstudium erlaubte, gemeinsam unter der Anleitung der Fakultät an finanzierten Studien zu arbeiten und so ihren Master in Architektur zu erwerben.

In mancherlei Hinsicht griff das Institut das Modell der gesponsorten Forschung wieder auf, das Wachsam zehn Jahre zuvor für das Institute of Design entwickelt hatte. In Chicago hatte es ein von der Regierung in Auftrag gegebenes Projekt für Flugzeughangar aus vorgefertigten Systemen Wachsmann und mehreren Studierenden ermöglicht, innerhalb von fünf Jahren eine Rahmenkonstruktionen aus Stahlrohren zu entwickeln. Das neue Institut sollte auch auf der Grundlage von geförderten Forschungen entstehen, aber Förderer und Sponsoren zu finden, war zuerst nicht einfach. Obwohl Wachsmann 1964 seine Stelle angetreten hatte, erhielt das Institut erst drei Jahre später, 1967, seine erste Forschungsförderung. In der Zwischenzeit ging das Institut technischen Forschungen für Wachsmanns Architekturbüro nach, das damals mit dem Entwurf des Rathauses für California City beschäftigt war. Obwohl dieses Projekt das Institut und seine Forschungen unterstützte, repräsentierte es doch nur einen Bruchteil dessen, was die Organisation als „Zentrum des Studiums, der Forschung, Entwicklung und Information über alle Aspekte der Industrialisierung und ihren Einfluss auf Planung und Architektur“ zu seiner Mission erklärt hatte.[1]

Der Gründer des Building Institute stellte sich vor, dass es zum Mittelpunkt eines sich ständig erweiternden Netzwerks aus verbündeten Disziplinen werden würde, das alle Wissenschaften und Geisteswissenschaften umfassen sollte. In dem Memo an den Präsidenten der Universität umriss Wachsmann seine sechs grundlegenden Komponenten: Grundlagenforschung, angewandte Forschung, Ausbildung der Studierenden, Ausbildung von Lehrkräften, eine Promotionsprogramm in Bauwissenschaft und ein Informationszentrum. Das Institut sollte als Mittler dienen, damit die versammelte Expertise der Universität genutzt werden konnte, um die bebaute Umwelt zu verändern. Die Reichweite und Form der Mission der Organisation wurden durch eine Reihe von Diagrammen definiert, die Wachsmann kurz nach seiner Ankunft in Kalifornien gezeichnet hatte, aber es war der Entwurf der Institutsräume, bei denen die Übertragung der Konzepte in reale Räume gelingen musste.

Richard Buckminster Fuller und Konrad Wachsmann im Gespräch vor einer Abbildung des California-City -Projekts. Das Bild entstand bei der Eröffnung der Ausstellung Konrad Wachsmann: 50 Years of Life and Work Toward Industrialization of Building, USC Fisher Gallery, 1971. Foto: Allan Dean Walker. Crombie Taylor Papers, Ryerson and Burnham Art and Architecture Archives, The Art Institute of Chicago. Digital File # 201005_200128-001
Konferenzraum im Building Institute an der University of Southern California, ausgestattet mit Aschenbechern, einer Panoramaprojektionswand für Dias im hinteren Teil des Raums, Telefon- und Audioaufnahmegeräten rechts. Mitten über dem Tisch hängt ein Mikrofon. Akademie der Künste, Berlin. © Konrad Wachsmann Archive, Sig: Wachsmann 180.
Das Institut wollte ein pädagogisches System schaffen, dessen parallele Funktionen als didaktisches Umfeld und als Versuchslabor koproduktiv sind.

Als die Studierendenproteste gegen die Vietnamkrieg Ende der 1960er-Jahre ihren Höhepunkt erreichten, etablierte Wachsmann, der während des Zweiten Weltkriegs und danach für das US-Militär gearbeitet hatte, das Institut am Rand des USC-Campus in den Räumen, die zuvor das Waffenlager des 160. Armeeinfanterieregiments gewesen waren. Das Gebäude war für die Anforderungen des Instituts gut geeignet: die riesige Exerzierhalle in der Mitte des Gebäudes verschaffte den Forschern ausreichend Platz, um Prototypen und Ausstellungen aufzubauen, und die Gebäudeflügel mit Büros auf beiden Seiten der Halle wurden renoviert, um sie der Vision des Instituts von einem „interdisziplinären Forschungsorganismus“ anzupassen.

Mehrere aufeinander folgende Entwürfe für den Grundriss des Instituts passten das Gebäude schrittweise an die strukturelle Klarheit des institutionellen Diagramms an. Jeder Raum wurde mit Blick auf die wesentlichen Aktivitäten des Instituts entwickelt. Das „Labor“ zum Beispiel sollte eine Maschinenwerkstatt zur Herstellung von Forschungsprototypen werden, und das „Informationszentrum“ sollte eine feste Verbindung mit dem Großcomputer der Universität haben und „jedes mögliche Kommunikationsmedium enthalten“, wie sein Schöpfer mitteilte.

Zeichnung der idealen Konferenzraumgestaltung und Sitzordnung für ein „Superteam“ aus vier Drei-Personen-Gruppen, die gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten. Jede Gruppe bearbeitete im Rotationsprinzip kleinere Aufgaben eines größeren Projekts. So wurde sichergestellt, dass die vollständige Bandbreite der Expertise und kreativen Standpunkte in jedem Team für die Bearbeitung der Aufgabe genutzt wurde. Mit freundlicher Genehmigung von John Bollinger.

Aber der Konferenzraum war das eigentliche Herz des Instituts. Gemäß den Seminarprotokollen, die Wachsmann in den 1950er-Jahren eingeführt hatte, wurden strukturierte Diskussionen um den länglichen Tisch aufgenommen und in der Datenbank des Instituts zur späteren Bezugnahme gespeichert. Die Fähigkeit, Neuigkeiten zu erfahren, sobald sie verbreitet wurden, ermöglichte es dem Institut, das Feedback über sich selbst zu erfassen und diese Informationen für spätere Forschungen aufzubewahren. Die soziale Funktion des Raums war in Wachsmanns Curriculum-Tabellen genauestens geplant, inklusive einer Sitzordnung für optimale Diskussionen zwischen den Teams. Wie die übrigen Räume des Building Institute wurde der Konferenzraum mit Blick auf die Produktion und Weiterleitung von Informationen gestaltet. Ob es sich um Modelle, Zeichnungen, Vorlesungen, Fotos, Filme oder Prototypen handelte, die vorrangige Beschäftigung des Instituts lag in der Verbreitung von Informationen.

Die Maximierung der produktiven Knoten im Netzwerk war eine Strategie, um der Forschung zu einem höheren Status zu verhelfen. Bauhausgründer Walter Gropius und Designtheoretiker Horst Rittel besuchten beide das Institut und Richard Buckminster Fuller kam oft vorbei, wenn er sich in den 1960er-Jahren für die Arbeit an dem Spiel „World Game“ in Los Angeles aufhielt. Auch Ludwig Mies van der Rohe kam einmal, doch der kränkliche Meister musste, so erinnerte sich ein Studierender, mittels eines Gabelstaplers von der Waffenlagerhalle nach oben ins Institut gehoben werden. Auch Fritz Haller war von 1966 bis 1971 Mitarbeiter am Institut und entwickelte Rasterstrukturen, die einen Vorgriff auf seine späteren, kommerziellen Entwürfe für Bausysteme darstellten.

Doch es ist nur ein Projekt bekannt, das vom Institut umgesetzt wurde, und zwar der Location Orientation Manipulator, L. O. M., ein Roboterarm, den die beiden Doktoranden John Bollinger und Xavier Mendoza entwickelten. Der Zweck dieses Geräts war es, die „Kinematik des Fertigbaus“ zu studieren, das heißt die Manipulation von Objekten im Raum. Finanziert wurde das Projekt mit einem dreijährigen Stipendium von der Weyerhaeuser Lumber Corporation und es markierte den definitiven Übergang des Instituts zur Grundlagenforschung. Vannevar Bush definierte sie 1945 als eine Forschung, die „ohne Ausblick auf ein zweckdienliches Ergebnis“ durchgeführt wird. Diese Art von Arbeit produziere keine Lösungen, sondern „allgemeines Wissen und ein Verständnis von der Natur und ihren Gesetzen“.[2]

Während die früheren Studien zu Bausystemen für das Rathaus von California City im Zusammenhang mit einem architektonischen Projekt entwickelt wurden, gab es für das L.-O.-M.-Gerät keine solche unmittelbare Anwendung. Vielmehr war die Entwicklung eines Instruments, mit dem sich die Probleme bei der Gebäudemontage studieren ließen, an sich ein Forschungsziel.

Und tatsächlich hatte der L. O. M. außerhalb des Instituts keinen nützlichen Zweck. Das Gerät war nicht weit genug entwickelt, um von der Bauindustrie übernommen zu werden, und daher konnten seine Sponsoren es nicht für ihre Produktion nutzten. Schließlich wurde das eindrucksvolle Gerät auseinandergebaut, einpackt und ging verloren. Aber von 1967 bis 1971 erwies sich der L. O. M. als unfassbar nützlich für die Protagonisten des Instituts. Für Wachsmann war das Gerät der Raison d’Être des Instituts, ein Gerät von großem öffentlichem Interesse und ein Projekt mit großem Budget, das die weitere Existenz des Instituts rechtfertigte. Für die Sponsoren bot es die Möglichkeit, ihre Unternehmen mit der topmodernen wissenschaftlichen Bauforschung einer renommierten Universität in Verbindung zu bringen. Für die Masterstudierenden Bollinger und Mendoza war das Gerät das Vehikel, das sie zur Promotion beförderte. All diese Zwecke profitierten gleichermaßen von der Fähigkeit des Geräts, verführerische Bilder hervorzubringen.

Das L.-O.-M.-Projekt wurde 1971 abgeschlossen, als die Doktoranden John Bollinger und Xavier Mendoza ihre gemeinsame Dissertation verteidigten. “Memos, Wachsmann” in Crombie Taylor Papers, Ryerson & Burnham Archives, Art Institute of Chicago.

Ob es auf Fotos in den Werbematerialien von Weyerhaeuser erschien oder in der gemeinsamen Dissertation von Bollinger und Mendoza, der L. O. M. war ein Objekt von besonderer ästhetischer Präsenz, das eher einem Licht-Raum-Modulator von László Moholy-Nagy als einem experimentellen Apparat glich. Als Objekt von beträchtlicher ästhetischer Qualität, aber geringem Wert für weitere Forschungen oder praktische Anwendungen, kann man vom L. O. M. sagen, dass es das zentrale Paradoxon des Building Institute verkörperte: In dem Maß, in dem Wachsmanns Forschungsagenda immer theoretischer und spekulativer wurde, schwand ihr Wert für seine Sponsoren, sei es aus der Regierung oder der Wirtschaft.

Nach der Fertigstellung des L.-O.-M.-Projekts 1972 hatte das Institut ständig damit zu kämpfen, seine eigene Existenz als Ort experimenteller Arbeit für die Bauwissenschaften und -technik zu rechtfertigen. Es stand im Widerspruch zu der vorherrschenden Dynamik der Forschungsökonomie des Kalten Kriegs. Erstens konnte das Institut angesichts der Vermeidung angewandter Forschung keine zwingenden Argumente vorbringen, die Unternehmen dazu verleiten würden, neue Projekte zu fördern. Zweitens entfremdete Wachsmanns „hypothesenfreies“ Ethos des Experiments ihn von den öffentlichen Quellen für die Förderung wissenschaftlicher Forschung. Als Antwort auf die Frage, was sich mit Projekten wie dem L. O. M. gewinnen ließe, antwortete Wachsmann: „Meine Antwort war immer, dass ich es nicht weiß. Aber das ist dieselbe Antwort, die ich immer gab, wenn ich an einer Aufgabe arbeitete. Würde ich die Lösung oder den Zweck kennen, würde ich gar nicht erst anfangen.“[3]

1974 wurde das Building Institute mangels Fördermitteln geschlossen, aber nicht bevor Wachsmann ein Lehrsystem entwickelt hatte, das die Wissensproduktion normieren wollte, und eine Schule gebaut hatte, an der er es implementieren konnte. Im Kontext der lebenslangen Beschäftigung des Architekten mit der Industrialisierung stellte das Institut den komplexesten Ansatz für die Annäherung von Wissenschaft und Industrie dar. Dass dieser Zusammenfluss auf dem Boden einer Schule stattfand, passte sowohl zum Programm des Bauhauses als auch zu der gerade aufkommenden neoliberalen Transformation der Universität, die der Präsident der USA, Dwight D. Eisenhower, 1961 den „militärisch-industriellen-akademischen Komplex“ nannte.

Zeichnungen der L.-O.-M.-Komponenten auf dem Zeichenbrett im Arbeitsraum des Building Institute, um 1970. Teil eines Prototyps des Geräts ist nahe am Korridor zu sehen. Mit freundlicher Genehmigung von John Bollinger.

Der Fall des Building Institute ist mit Blick auf andere Organisationen der Bauwissenschaften jener Zeit eine Ausnahme. Es ist ungewöhnlich, weil es gleichermaßen unfähig war, sich den Anforderungen der Forschungsökonomie zu unterwerfen, und sich dennoch nach dem Vorbild der wissenschaftlichen Forschungslabors der Universität gestaltete. Eigentlich wollte das Institut ein pädagogisches System etablieren, dessen parallele Funktionen als didaktisches Umfeld und als experimentelles Laboratorium gemeinsam produktiv sein sollten. Ob im Konferenzraum des Instituts oder in seinem Labor – es wurden neue Informationen produziert und festgehalten und es wurde aus ihnen als Produkten einer geförderten Forschung Kapital geschlagen. Studierende ließen sich ausbilden, um an dieser kreisförmigen Produktion wertvollen Wissens teilzuhaben, und dabei wurde ihre akademische Arbeit zum Produkt des Instituts.

Aber Wachsmanns unbeirrbares Vertrauen in den Wert des Designs passte nicht zu den bewertenden Berechnungen seiner potenziellen Sponsoren. Dennoch deutete seine systematische Transformation der pädagogischen Aktivität in einem ökonomisch produktiven Prozess in die Richtung, die die Bauwissenschaftslabore – und die akademischen Wissenschaften überhaupt – nach 1970 einschlugen. Wie es sich im Fall des Building Institute und anderer Universitätslabore gezeigt hatte, holte ein physischer Raum die Ressourcen der Universität – materielle und personelle – zum Zweck einer produktiven, verkaufbaren Forschung zusammen. So gesehen wurde das Institut genau an dem historischen Drehpunkt gegründet, der eine Wende von industriellen Formen der Produktion zur Produktion einer postindustriellen Ökonomie markierte. Galten Wachsmanns Bemühungen am Anfang seiner Karriere noch der Entwicklung von Fertigbausystemen, die die Architektur in die Industrie eingliedern sollten, so versuchte das Building Institute, die Architektur selbst als technologisches Produkt, das in einem wissenschaftlichen Labor produziert wird, wiederherzustellen.

Phillip Denny

ist Doktorand für Architekturgeschichte an der Harvard University. Er hat einen Master-Abschluss in Architekturgeschichte von der Harvard University sowie einen Master-Abschluss in Architektur von der Princeton University. Phillip lehrt Gestaltung, Geschichte und Publizistik am Pratt Institute, am Boston Architectural College, an der Harvard University, an der Princeton University und an der Syracuse University in New York. Im Jahr 2020 war Phillip Mitbegründer der a83-Architekturgalerie in Manhattan und von 2019 bis 2023 Redakteur der New York Review of Architecture. Phillip trat 2022 dem Vorstand von Architecture Exchange bei. Parallel zu seiner Forschung und seinen schriftstellerischen Tätigkeiten arbeitet Phillip mit Architekten zusammen, um Publikationen, Ausstellungen